Zwischen Lesungen und Manuskripten: Mein queerer Autorinnen‑Jahresrückblick
- sibylle paraquin

- 29. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Ursprünglich wollte ich 2025 richtig durchstarten. Warum ich das nicht geschafft habe und wieso ich trotzdem versöhnlich auf dieses Jahr blicke, erfährst du in meinem Jahresrückblick..
Begegnungen, Bühnenlicht und Community-Momente
Obwohl auch sonst viel los war, war ich als Autorin unterwegs. Angefangen mit der Leipziger Buchmesse und der dort stattfinden Autor*innenrunde. Gerade letztere hat mein Hirn echt zum rauchen gebracht, von dem Input profitiere ich allerdings immer noch. Sowohl meine Notizen zum Thema Worldbuilding, als auch zu Selbstlektorat kann ich aktuell sehr gut gebrauchen.

Lesungen machen mir großen Spaß und dass ich dieses Jahr drei Stück hatte, freut mich besonders. Die erste war im April zum Tag der lesbischen Sichtbarkeit. Der dyke* march Nürnberg hatte den Nachmittag organisiert und ich dürfte vor Anette Röckl aus meinem Buch in der Stadtbibliothek Nürnberg lesen. Das Publikum war durch die Journalistin sehr viel älter als meine Zielgruppe, dennoch aufgeschlossen und einige queere Leute waren letztlich doch dabei.
Außerdem habe ich eine Lesung im Rahmen der Prideweeks selbst organisiert. Ich dürfte dafür die Rote Galerie nutzen und zusammen mit dem Lyriker Florian Birnmeyer einen Vormittag bestreiten. Dass dazu noch Sven Heißler und Holger Stamm Musik gemacht haben, war genau richtig. Eine kleine, aber feine Veranstaltung.
Ende des Jahres gab es dann noch ein Highlight: Ich war zum Festival Potsdam liest queer eingeladen! Dort hatte ich nicht nur einen Stand, sondern war Teil eines Queertivitytalks und habe danach aus meinem Buch gelesen. Ganz viel Queerjoy gab es noch oben drauf. Alles dazu kannst du hier nachlesen.
Einnahmen, Ausgaben und was dazwischen liegt
Auf diesen Events habe ich meine Bücher auch verkaufen dürfen und können. Damit komme ich zum Thema Finanzen. Ich bin leider weiterhin an einem Punkt, an dem ich die Ausgaben für das Buch nicht wieder eingespielt habe. Dafür müsste ich viel mehr Werbung und Marketing machen, weil ich als Selfpublisherin nicht einfach so sichtbar werde. Aber alles geht eben nicht und das fällt immer als Erstes hinten runter. Wenn ich die Wahl habe zwischen schreiben und Werbung, schreibe ich einfach lieber.
Meine Einnahmen sehen für 2025 so aus:
Verkäufe eigener Exemplare: 288,83 € (nur Print)
Verkäufe über tolino media: 578,83 € (Print und eBooks)
Gesamt: 867,66 €
Das ist gut, dafür, dass ich wie gesagt nicht alle Energie reinstecke. Allerdings habe ich ja auch Ausgaben bzw. hatte diese ja schon für das Buch (Korrektorat, Cover, Buchsatz etc.). Das waren etwas über 2.000 €. Für dieses Jahr bin ich zufrieden, denn wie gesagt habe ich nicht so viel reingesteckt.

Was ich erreichen wollte – und was wirklich passiert ist
Eigentlich dachte ich, dass ich meine Wünsche durchaus schaffbar gewählt hatte. Allerdings hatte ich zwei Dinge unterschätzt: Wie anstrengend ein neuer Job ist (Einarbeitung!) und wie zeitintensiv der Umzug sein würde. Außerdem gibt es etwas, das man nie einplant: Krankheiten. Die haben mich 2025 so oft erwischt wie lange nicht mehr. Meistens nur Erkältungen, trotzdem legten sie mich immer wieder lahm.
Vermutlich hätte ich auf meine Tarotkarte des Jahres hören sollen, das war der Eremit. Die bedeutet Rückzug, einigeln und das traf dann doch mehr zu als gedacht.
Projekte, die gewachsen sind – und solche, die warten
Auch hier bin ich nicht so weit gekommen wie ich es mir vorgenommen hatte. Meine Wünsche am Anfang des Jahres waren:
Marketing: Newsletter aufsetzen, Pinterest ausprobieren, Blogartikel mit SEO und Shop auf der Webseite
Projekt Merle überarbeiten und an Agenturen schicken
Projekt AuV beenden
Das mit dem Newsletter klappt inzwischen recht regelmäßig und ihn über Substack zu machen, hat den Vorteil, dass ich in der App dafür ein bisschen Feedback bekomme. Schreib mir also gern mal, wenn du möchtest. 😊 Pinterest habe ich noch nicht getestet und die Idee mit dem Shop wieder verworfen. Die Kosten wären hoch und bisher war das einfach nicht drin. Vielleicht nächstes Jahr.
Unabhängig von den Wünschen habe ich für fünf Wettbewerben und Ausschreibungen Texte oder mein Buch eingereicht, bin aber leider bei keinem weitergekommen. Durchaus frustrierend, aber leider normal.
Projekt Merle habe ich sehr umgearbeitet und viel neu geschrieben, sodass ich im Dezember die neue Fassung an meine beiden Testleserinnen schicken konnte. Yay! 🥳 Der Teil mit den Agenturen kommt dann eben 2026.
Bei Projekt AuV hinke ich hinterher, denn ich habe etwa eine halbe Rohfassung. Wenn man die ganze Welt bauen muss, ist es eben doch aufwendiger. Hier habe ich aber einen guten Ansporn: Der Verlag Droemer Knaur hat einen Contest ausgeschrieben, bei dem man Romantasy einreichen kann. Bis zur Deadline Mitte Februar möchte ich daran intensiv werkeln, also nochmal tiefer ins Worldbuildung gehen, die Figuren weiter ausgestalten und mindestens die geforderte Leseprobe von 50 Seiten überarbeiten.
Bücher, die mich begleitet und inspiriert haben
Mein Ziel waren 70 Bücher, Stand jetzt bin ich bei 68. Mal sehen, ob ich noch ein Manga und ein kurzes Buch schaffe. Falls nicht, wäre es mir überraschend egal, nur ein kleiner Ehrgeiz möchte nicht so kurz vor dem Ziel scheitern.

Davon waren 33 Bücher mit queeren Figuren oder Themen. Ich dachte, es wären mehr. Ich habe 20 ausgewählt, die siehst du auf dem Bild oben. Mit dem queeren Anteil kann ich mich im neuen Jahr hoffentlich steigern. Es zeigt allerdings auch, wie schwer sapphic Bücher zu finden sind …
In meiner Liste habe ich doch viele Titel gefunden, die 5 Sterne von mir bekommen haben. Eine bunte Mischung! Ein einziges Jahreshighlight kann ich nicht benennen, dazu sind sie zu verschieden. Aber ich glaube das beste Genre war die Fantasy, da haben mich alle in dieser Liste echt bewegt.

Vielleicht stehen ja eines oder mehrere schon länger auf deiner Liste? Dann los, denn das neue Jahr mit neuen Büchern zu begrüßen, ist ja nie verkehrt.
Oder? 😅 Auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) liegen gerade 120 Bücher. Den möchte ich im kommenden Jahr unbedingt reduzieren. Es wird hart, deshalb setze ich mir ein vermeintlich kleines Ziel: Er soll unter 100 kommen und da bleiben. Vermutlich wird das schwieriger als das Leseziel dieses Jahr …
Was war dein Highlight 2025? Oder was hast du nicht geschafft? Ich freue mich, wenn du mir davon erzählst.

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